ORIENTIERUNG    

Nr. 5   15. März 1980 PDF ansehen / Nummer bestellen

LAIEN
Experten zur Versöhnung in der Kirche: Professoren aus anderen Fakultäten rufen nach Freiheit in Lehre und Forschung in der Theologie – Angesichts der Bewußtseinsspaltung der Christen sollen Theologen gemeinsam ein Zeichen der Hoffnung bleiben – Aber zum Schutz der Freiheit und zur Überwindung der Polarisierung bedarf es der Talente gerade auch aus anderen Disziplinen – Gegenappell an Juristen, Human- und Sozialwissenschafter, ihre Mitverantwortung in der Kirche wahrzunehmen (Titelseite).

GUATEMALA
Jesuiten brechen das Schweigen: Wichtige Teile der Kirche, besonders die Spitze der nationalen Hierarchie, sympathisierten bisher im Zeichen des Antikommunismus mit dem Regime – Aber Stimmen an der Basis erhoben sich immer vernehmlicher gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung – Erklärung der Leitungsgremien der dortigen Jesuiten.
Karl Weber

DOKUMENT
«Schmerzen und Hoffnung des Volkes von Guatemala»: Antichristliche Gewalt nimmt den Ärmsten sogar noch ihren größten Reichtum, nämlich Gott – Die Sprache der Fakten – Der Vorwand des Antikommunismus und die Wirklichkeit – Verpflichtung des Ordens und der Kirche, im entscheidenden Kampf unserer Zeit nicht abseits zu stehen.

LEHRVERFAHREN
Zum Beispiel Schillebeeckx – Um den Rechtsschutz des Theologen: Glaubenskongregation erweist sich im faktischen Verhalten als nicht unbelehrbar, weist aber rechtsgrundsätzliche Kritiken als «Mißverständnisse» zurück – 1. Strafprozeß und Lehrverfahren: Unterschiede und Parallelen – Der Ablauf des Verfahrens und seine Folgen – Der Betroffene erfährt sich als Angeklagter und Bestrafter – 2. Vorenthaltene Rechte des «Prüflings»: Weder Akteneinsicht noch Rechtsbeistand noch Rekurs – Geheimhaltung auf zwei Ebenen – 3. Selbstkontrolle der Theologen: Ihre gegenseitige Kritik in den Fachgremien – Warum reichte im Fall Schillebeeckx nicht einmal das Einverständnis der Internatiolnalen Theologenkommission aus?
Bas van Iersel, Nijmegen

ITALIEN
Unregierbares Land lebt weiter: In Italien wie anderswo sind die Zeiten der «belle époque» endgültig vorbei – Krise der großen Unternehmen kompensiert durch Entwicklung der kleinen und mittleren Betriebe – Migration und Verstädterung schaffen Nährboden für Kriminalität und Terrorismus – Der jüngste Kongreß der Democrazia Cristiana.
Giuseppe de Rosa, Rom

SOZIALLEHRE
Chenu OP (85) und Nell-Breuning SJ (90): Zwei Altmeister verschaffen sich immer noch Gehör – Beide kämpften ihr Leben lang für Strukturveränderungen – Gemeinsamkeiten und Unterschiede – Um eine Neuordnung des Wirtschaftssystems – Die Kirche und ihre Versuchungen – Zur Ideologie erstarrter «Soziallehre» durch gemeinschaftliche Wahrheitssuche aufbrechen.
Herwig Büchele, Innsbruck/Wien


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